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Giganten der Lüfte
Die ersten Windmühlen drehen sich in Bosseborn
Bosseborn. Seit Ende August 2001 drehen sich die ersten sechs
Windkraftanlagen im Bosseborner Windpark. Bis heute haben die 70 Meter hohen "Windspargel" 7,9 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom produziert.
Bis zum Jahresende sollen sich auf dem Krekeler Berg bei Bosseborn zehn solcher Anlagen vom Typ AN Bonus 1 MW/54 und AN Bonus 1,3 MW/62 mit
einer Gesamtleistung von 9,85 Megawatt (MW) drehen. Die Betreiber erwarten eine Jahresleistung von 17 Millionen Kilowattstunden - damit können bis zu 4
.250 Haushalte mit schadstofffreier Energie versorgt werden. Jährlich lassen sich so die Kohlendioxidemissionen um 15.550 Tonnen reduzieren.
Langwierige Bemühungen gingen dem Bau voraus
Die Geschichte des Bosseborner Windparks ist lang. Bereits 1991 begann der Bosseborner Ludger Grawe sich Gedanken
über die Ansiedlung von Windkraftanlagen auf dem Krekeler Berg zu machen. "Seinem Dickschädel ist es zu verdanken, dass das Projekt möglich wurde", so Lothar Borchel, E&U GmbH.
Sieben Jahre später verabschiedete die Stadt Höxter den geänderten Flächennutzungsplan; 1999 schlossen sich
interessierte Bürger zu einem Betreiberverein (E&U GmbH) zusammen. Nachdem Ende 2000 die Baugenehmigungen
vorlagen, nahm die erste Anlage im Juni 2001 ihren Betrieb auf. Die sechs Kilometer lange Kabeltrasse bis zum
Umspannwerk in Höxter verlegte die Pesag. Die Gesamtkosten in Höhe von 10,5 Millionen Euro wurden durch Darlehen und Eigenkapital der "Bürgerwindgesellschaft" finanziert.
"Hier stehen auch zwei Bürgerwindräder", erzählt Ludger Grawe. Bürger aus der Region konnten sich finanziell an der
Errichtung der Windkraftanlagen beteiligen. "Wir sind wie eine große Familie - alles Windkraftverrückte", schmunzelt Grawe.
Für die Region ergaben sich durch den Bau des Windparks auch wirtschaftliche Vorteile; zahlreiche Arbeitsplätze konnten gesichert werden.
Entgegen der Meinung mancher Kritiker sei Energiegewinnung durch Windkraft nicht landschaftsverschandelnd, uneffizient
oder gar gesundheitsschädlich, das betont Lothar Borchel besonders. Vor dem Bau der ersten Anlage sei ein Schattenwurf- und Schallgutachten von einem Kasseler Ingenieurbüro durchgeführt worden.
Lichtsensor an nächstgelegener Mühle angebracht
Das nächste Haus steht zirka 500 Meter vom Krekeler Berg entfernt. An der nächstgelegenen Mühle wurde ein Lichtsensor
angebracht. Je nach Sonnenstand wird die Anlage automatisch ausgeschaltet, so dass kein Schattenwurf der 27 Meter langen Rotorblätter die angrenzenden Höfe erreicht.
"Kritik an dieser Art der Energiegewinnung ist eine Ohrfeige ins Gesicht zukünftiger Generationen", unterstrich Lothar
Borchel. Heute sei es mehr denn je geboten, erneuerbare Energien, die bis ins Unerschöpfliche zur Verfügung stehen, voranzubringen.
Allen Beteiligten, Sponsoren und Mitgliedern der Betreibergesellschaft wünschte Lothar Borchel anlässlich der offiziellen Eröffnung des Bosseborner Windparks "Allzeit gut Wind"!
VON SILKE RIETHMÜLLER
Bild: Gigantische „Windspargel“: Lothar Borchel, Ludger Grawe (beide E&U GmbH) und Udo Fröhlich (von links) vor den 70
Meter hohen Windkraftanlagen. FOTO: S. RIETHMÜLLER
Artikel aus der vom 27.05.2002
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